Hitzestress bei Depression


Was ist die Ursache?
Hitzestress bei Depression
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Menschen mit Depressionen leiden stärker unter Hitze

Menschen mit Depressionen leiden häufiger unter Hitze. Doch warum ist das so? 

Hitze als Nebenwirkung

Als Ursache wurde lange angenommen, dass Antidepressiva die Hitzetoleranz verringern. Eine seltene Nebenwirkung von bestimmten Antidepressiva, den Serotinon-Wiederaufnahme-Hemmern (SSRI), ist die deutliche Erhöhung der Körperkerntemperatur. Daher liegt die Idee nahe, dass die Medikamente auch die verminderte Hitzetoleranz bei Depression verursachen könnten. Forschende der Universität Pennsylvania stellen das nun in Frage.

4 Gruppen untersucht

Die Forschenden haben dazu mehrere Gruppen an Patient*innen untersucht. Drei Gruppen litten an Depression, davon wurde eine Gruppe mit SSRI behandelt, eine mit SNRI (Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmern) und eine Gruppe erhielt gar keine Antidepressiva. Die vierte Gruppe hatte keine Depression und diente als Vergleich. Alle Gruppen wurden über einen speziellen Anzug mit warmem Wasser umspült. Danach wurde gemessen, wann die Proband*innen zu schwitzen begannen und wie sehr die Körpertemperatur anstieg.

SSRI fördern Schweißbildung

Das Ergebnis: Die Gruppe mit Depression, die keine Medikamente erhielt, fing später an zu schwitzen als Menschen ohne Depressionen. Dadurch erhöhte sich deren Körpertemperatur. Durch Schwitzen wird Wärme aus dem Körper abgeleitet, die Körpertemperatur also reguliert. Das gleiche galt auch für Menschen mit Depression, die SNRI erhielten. Bekamen die Probanden dagegen SSRI, begannen diese fast so stark zu schwitzen wie die Probanden, die keine Depression hatten. Entgegen früherer Annahmen scheint die geringerer Hitzetoleranz bei Depression also an der Erkrankung selbst zu liegen und nicht an den Medikamenten. Mehr noch, SSRI könnten den Hitzestress sogar verringern. 

Quelle: Ärzteblatt

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