Nahrungsergänzung im Blick: Gelée Royale


Sinn oder Unsinn?
Nahrungsergänzung im Blick: Gelée Royale
JPC-PROD/Shutterstock.com

Futtersaft für Königinnen: Gelée Royale verursacht bei Bienenlarven einen wahren Entwicklungsschub. Nur die Königinnen erhalten das besondere Gemisch über einen längeren Zeitraum. Auch viele Menschen setzen auf den teuren Saft, um das Immunsystem zu stärken und Alterungsprozesse aufzuhalten. Ist die Hoffnung berechtigt?

Nur teurer Honig?

Goldglänzend und cremig: Auf den ersten Blick unterscheidet sich Gelée Royale kaum von Honig. Doch dieser Eindruck täuscht, denn Bienenlarven, die mit besonders viel Gelée Royale gefüttert werden, entwickeln sich zu Bienenköniginnen. Der Grund: Gelée Royale enthält spezielle Proteine, die Major Royal Jelly Proteins, eine bestimmte Fettsäure, 10-Hydroxy-2-decensäure, und östrogenähnliche Moleküle. Dazu kommen noch Vitamine, Zucker und Wasser. Doch wie wirkt der Futtersaft auf Menschen?

Schwankende Zusammensetzung

Gelée Royale wird nachgesagt, die Vitalität zu erhöhen und Alterungsprozess aufzuhalten. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat diese Versprechungen überprüft – ist aber zu keinem klaren Ergebnis gekommen. Das Problem: Gelée Royale ist ein Naturprodukt, dessen Inhaltsstoffe je nach Saison, Bienenvolk oder Futtermittel schwanken. Doch von der Zusammensetzung des Saftes hängt auch die Wirkung ab. Welche Inhaltsstoffe für eine Wirkung notwendig sind, ist bisher jedoch nicht eindeutig geklärt. Deshalb ist es schwierig, die Vermutungen über Gelée Royale in wissenschaftlichen Studien zu prüfen.

Natürlich – aber nicht unbedenklich

Bereits bewiesen ist jedoch die Wirkung der Pyrrolizidinalkaloide in Gelée Royale: Regelmäßig und in hohen Mengen aufgenommen sind sie krebserregend und leberschädigend. Diese sekundären Pflanzenstoffe werden mit dem Nektar von den Bienen gesammelt und kommen so in das Gelée Royale. Erst ab 2023 müssen die Hersteller den Gehalt der Pyrrolizidinalkaloide in Nahrungsergänzungsmitteln auf 500 µg/kg begrenzen. Bis dahin empfiehlt sich ein Blick auf die Verpackung der Produkte, denn einige Hersteller geben die Schadstoff-Konzentration freiwillig an.  

Keinen Grenzwert gibt es allerdings für allergieauslösende Moleküle im Gelée Royale: Menschen, die an Atopie, also an Überempfindlichkeitsreaktionen, leiden, oder Menschen mit Asthma verzichten deshalb zur Sicherheit lieber auf Produkte mit Gelée Royale.

Wer neben seiner eigenen Gesundheit auch auf die der Bienen achten will, kauft Gelée Royale am besten von vertrauenswürdigen Imker*innen und Herstellern. Diese sind besonders behutsam in der Herstellung und verzichten auf Methoden, die die Bienen unnötig stressen.

Mehr Informationen über Gelée Royale erhalten Sie in der Kategorie „Nahrungsergänzungsmittel“.

Quellen: BFR über Gelée Royale und Pyrrolizidinalkaloide; EFSA; Collazo et al. 2021; EFSA, Verbraucherzentrale; Imker-Stierberg

News

Zu müde für Sport?
Zu müde für Sport?

Aktiver mit Kaffee und Tee

Eine Tasse Tee oder Kaffee pro Tag verhilft Frauen zu einem aktiveren Lebensstil mit mehr sportlicher Bewegung. Australische Forscher führen dies auf den anregenden Effekt des Koffeins zurück.   mehr

Haferkur gegen hohes Cholesterin
Haferkur gegen hohes Cholesterin

Messbarer Effekt

Haferkuren wurden schon in früheren Zeiten bei Diabetes empfohlen. Nun hat eine Studie untersucht, ob eine 2-tägige Haferdiät auch den Cholesterinspiegel senken kann.   mehr

Medikament verzögert Typ-1-Diabetes
Medikament verzögert Typ-1-Diabetes

Vor allem Kinder profitieren

Ein Typ-1-Diabetes muss immer mit Insulin behandelt werden. Es sei denn, man erkennt ihn schon im Frühstadium: Dann kann man mit einem neuen Antikörper die Entwicklung der Erkrankung um etwa 2 Jahre aufhalten – und damit auch erst einmal das Insulinspritzen.   mehr

Was kann der Reishi-Pilz?
Was kann der Reishi-Pilz?

Vom Baum in die Kapsel

Immer wieder geistern neue Ernährungstrends durch das Internet. Momentan ist der Reishi-Pilz in aller Munde. Als Pulver oder Extrakt soll er z. B. den Blutzucker bei Diabetes senken und Krebs bekämpfen. Stimmt das?   mehr

Stillen reduziert Blutkrebs-Risiko
Kind wird an der Mutterbrust gestillt.

Baby an die Brust!

Krebs ist bei Kindern zum Glück selten. Wenn sie aber daran erkranken, entwickeln sie häufig eine Leukämie. Diesem Blutkrebs kann offenbar mit Stillen vorgebeugt werden.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Beratungsclips

Antibiotikumsaft mit Löffel

Antibiotikumsaft mit Löffel

Dieses Video zeigt Ihnen kurz und verständlich, wie Sie einen Antibiotikumsaft mit einem Dosierlöffel richtig einnehmen. Der Clip ist mit Untertiteln in Russisch, Türkisch, Arabisch, Englisch und Deutsch verfügbar.

Wir bieten Ihnen viele unterschiedliche Beratungsclips zu erklärungsbedürftigen Medikamenten an. Klicken Sie einmal rein!

Neue Universitäts-Apotheke zum Schwan
Inhaber Frank Riedel
Telefon 06421/2 20 66
Fax 06421/2 71 59
E-Mail info@schwan-apotheke-marburg.de