Aussackungen der Atemwege


Bronchiektasen gar nicht so selten
Aussackungen der Atemwege

Erweiterungen und Aussackungen der Bronchien, sogenannte Bronchiektasen, galten lange als eine seltene Erkrankung. Dass die Erkrankung häufiger auftritt als angenommen, konnten Ärzte der Medizinischen Hochschule Hannover kürzlich nachweisen.

Bronchiektasen sind mit Schleim und Eiter gefüllte Aussackungen der Atemwege, die zu starkem Husten, Ausgezehrtheit und chronischer Entzündung führen. Auftreten können sie im Rahmen einer Mukoviszidose – eine genetisch bedingten Stoffwechselerkrankung – oder allein. Treten sie isoliert auf, sprechen Mediziner von sogenannten Non-CF-Bronchiektasen. Sie fielen lange Zeit in die Kategorie der seltenen Erkrankungen, nach dessen Definition die Erkrankung weniger als 5 von 10.000 Personen betrifft.

Bronchiektasen: eine unterschätzte Erkrankung

Dass die Erkrankungsrate an isolierten Bronchiektasen deutlich höher ist, konnte jetzt gezeigt werden. Eine Gruppe von Ärzten der Medizinischen Hochschule Hannover veröffentlichte kürzlich eine Analyse von Krankenkassendaten. Diese Auswertung zeigt: In Deutschland litten im Jahr 2013 rund 6,7 von 10.000 Personen an Non-CF-Bronchiektasen. Somit zählen sie nicht zu den seltenen Erkrankungen.

Die überwiegende Mehrheit der Patienten wurde ambulant behandelt. Gerade im ambulanten Bereich ist die Betreuung der Betroffenen jedoch eine besondere Herausforderung. „Therapeutische Konzepte müssen häufig individuell auf den Patienten zugeschnitten werden. Dabei müssen wir in Ermanglung von Alternativen häufig Therapien einsetzen, für die es keine formale Zulassung gibt oder die sehr hochpreisig sind“, erläutert Dr. Andres de Roux, niedergelassener Pneumologe aus Berlin.

Bronchiektasen-Register soll die Patientenversorgung verbessern

Ein neues Register soll das Verständnis für die Erkrankung erhöhen und neue Behandlungswege aufzeigen: das deutsche Bronchiektasen-Register PROGNOSIS. Dazu werden alle medizinisch relevanten Informationen über Bronchiektasen und betroffene Patienten systematisch in einer Datenbank gesammelt und analysiert. „Es wird wirklich Zeit, dass wir valide Daten zu dieser Erkrankung sammeln. Auf Basis der Ergebnisse möchten wir unter anderem deutschsprachige Leitlinien für die Diagnostik sowie Prognosemarker für Non-CF-Bronchiektasen entwickeln, um die Versorgung unserer Patienten nachhaltig zu verbessern,“ betont Dr. Felix C. Ringshausen, Oberarzt in der Klinik für Pneumologie der Medizinischen Hochschule Hannover.

Seit Ende Juni dieses Jahres erfasst PROGNOSIS die ersten Patientendaten. Bereits Anfang 2015 startete das europäische Bronchiektasen-Register EMBARC. Das deutsche Register wird seine Patientendaten in Zukunft in EMBARC einbringen, um diese im europäischen Kontext erfassen und analysieren zu können.

News

Migräne erhöht Glaukomrisiko

Junge rothaarige Frau bekommt den Augeninnendruck gemessen.

Augen kontrollieren lassen!

Menschen mit Migräne sollten regelmäßig ihre Augen kontrollieren lassen. Denn die Erkrankung macht nicht nur Kopfschmerzen, sie erhöht auch das Risiko für ein Glaukom, d.h. einen grünen Star.   mehr

Kortison in der Selbstmedikation
Person gibt Kortisonsalbe aus einer Tube auf den Finger.

Keine Angst vor Nebenwirkungen

Bei der Anwendung von Kortison fürchten viele Anwender*innen Nebenwirkungen. Ob die Sorge bei der Selbstmedikation berechtigt ist, erklärt die Apothekerkammer Niedersachsen.   mehr

Adipositas: Risiko für Hautkrankheiten
Adipositas: Risiko für Hautkrankheiten

Schuppenflechte & Akne inversa

Ein Viertel aller Deutschen hat starkes Übergewicht (Adipositas). Das erhöht nicht nur das Risiko für Herzkreislauf-Erkrankungen und Diabetes, sondern belastet scheinbar auch die Haut.   mehr

Jetzt Reiseimpfung planen!
Jetzt Reiseimpfung planen!

Wenn im Sommer die Ferne lockt

Reisen steht wieder hoch im Kurs, und viele wollen in exotische Gefilde. Doch vor allem in den Tropen drohen gefährliche Infektionskrankheiten. Wer im Sommer dorthin möchte, sollte sich jetzt zu den nötigen Impfungen beraten lassen.   mehr

App hilft Frauen mit Harninkontinenz
App hilft Frauen mit Harninkontinenz

Jede Vierte wieder „trocken“

Mit einer Harninkontinenz zu leben ist alles andere als angenehm, denn die Behandlung gestaltet sich oft schwierig. Doch jetzt gibt es digitale Hilfe: Ein Therapieprogramm per App besserte die Beschwerden betroffener Frauen ganz erheblich.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Beratungsclips

Antibiotikumsaft mit Löffel

Antibiotikumsaft mit Löffel

Dieses Video zeigt Ihnen kurz und verständlich, wie Sie einen Antibiotikumsaft mit einem Dosierlöffel richtig einnehmen. Der Clip ist mit Untertiteln in Russisch, Türkisch, Arabisch, Englisch und Deutsch verfügbar.

Wir bieten Ihnen viele unterschiedliche Beratungsclips zu erklärungsbedürftigen Medikamenten an. Klicken Sie einmal rein!

Neue Universitäts-Apotheke zum Schwan
Inhaber Frank Riedel
Telefon 06421/2 20 66
Fax 06421/2 71 59
E-Mail info@schwan-apotheke-marburg.de